Archive for the 'Morpheus' Category

Kurzer Aktenvermerk

2.Juli.2007

Der Amtsrat unternahm gestern in sengender Hitze eine dreistündige Fahrradtour. Der dabei zusammengekommene Durst war derart erheblich, dass dem Amtsrat eine grössere Anzahl von hellen Halben als Ausgleich des Flüssigkeitsdefizits zugeführt werden mussten. Alles zusammen genommen ergibt jedenfalls eine unglaubliche Müdigkeit, die der Amtsrat mit beständigem Ruhen auf einem seiner staubigen Aktenberge auskurieren wird. Schliesslich ist zu allem Überfluss auch noch Montag. Gute Nacht!

gez. Der Amtsrat

Sesselfurzer

29.Juni.2007

So werden wir Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (öD) ja oft bezeichnet. Nicht ganz zu Unrecht übrigens. Ich bin dem Oberamtsrat dankbar, dass er in seinem vorhergehenden Beitrag die Thematik bereits angeschnitten hat. Denn ich darf berichten, dass uns ein ideen- und gedankenloses Pupsen in den Behördenräumen sehr, sehr fern liegt. Eher würde ich uns als Pujolisten bezeichnen. Diese Bezeichnung leitet sich ab von dem grandiosen Flatulenzkünstler Josef Pujol, der mit seinen Kunstfürzen enorme Gagen absahnte. Nun ist es leider so, dass sowohl der Oberamtsrat als auch ich bislang vergebens versuchten stickige Amtsluft aus der Behörde rektal so einzusaugen wie Pujol das konnte. Unsere Aufnahmetechnik ist somit nur als antiquiert zu bezeichnen, denn wir benötigen noch Zwiebeln und Hülsenfrüchte als Antriebsmittel. Wir arbeiten aber mit Nachdruck daran dies zu verbessern. Die Wiedergabe jedoch kann sich stellenweise durchaus sehen, äh hören lassen. Ein fades Behördenorchester furzen wir an guten Tagen glatt an die Wand….

gez. Der Amtsrat

Immer wieder montags

18.Juni.2007

Ja, Freunde und Kolleginnen und Kollegen, die Ihr allesamt die Arbeit nicht erfunden habt und für die dynamische, zappelig aktive Kollegen Wesen von einem anderen Stern sind, die rücksichtlos ausgemerzt gehören.

Wie jeden Montag muß ich feststellen, daß ich so schlichtweg keine Idee habe, was ich heute auf meiner Planstelle anfangen soll. Dinge, die man an und für sich erledigen könnte, werden heute wieder mal mit meinem imaginären „magnana“-Stempel versehen und ich ticke nach dem Motto:“Wem du´s heut nicht kannst besorgen, der muß halt warten bis übermorgen.“

Also, irgendeinen Bezug zu dienstlichen Vorgängen aufzubauen, das ist ein Prozess, der bei mir frühestens am Dienstagabend einsetzt. Tja, woher kommt das wohl ?

Kürzung des Weihnachtsgeldes, Streichung des Urlaubsgeldes, wiederholte Eröhung der Wochenarbeitszeit und bayerische Staatsminister, die ihre Beamten auch noch öffentlich verarschen, könnten vielleicht ein Grund sein, warum auch der leistungsbereiteste  hin und wieder mal das Handtuch wirft. Ja mei, wenn´s halt das Streikrecht nicht gibt, sucht sich der Prostes halt andere Wege. (Solang´s nicht in echte Sabotage mündet).

der Oberamtsrat

Immer wieder Montags

18.Juni.2007

Wissen’s, ich brauch‘ ein Bett ja nur anzuschauen, dann schlaf‘ ich schon ein. Dann ist heute auch noch Montag, der Schlaftag schlechthin. So einen Wochenanfang, den will doch kein Mensch wirklich wachen Bewusstseins mitbekommen. Alle haben eine rechte Scheisslaune, sogar der Trambahnfahrer hat heute Morgen schon seinen Montagsfrust an Maschine und Fahrgästen ausgelebt. Da trifft sich’s gut, dass ich jetzt zwengs Urlaub der Kollegin zwei Tage ganz allein in meiner Amtskemenate zubringen kann. Das Licht bleibt aus, das erweckt durch die Milchglasscheiben bei möglichen Störenfrieden schon den Eindruck von Abwesenheit – neudeutsch: No Business! Der Kaffee gurgelt durch die Maschine, Brezenduft durchzieht den Raum und dank technischer Tricks und Kenntnisse des Amtsrates ertönt aus den Lautsprechern des Amts-PC ein angenehmer Radiosender aus Kalifornien. Vormittags mach‘ ich jetzt gar nix ausser Kaffee saufen und Radio hören und vielleicht den Oberamtsrat anrufen. In der Mittagspause hol‘ ich mir dann den neuen Spiegel. Damit ist der Nachmittag auch mit sinnvollen Tätigkeiten randvoll. Bitte mich keinesfalls dabei zu stören – sonst werd‘ ich pelzig!

gez. Der Amtsrat