Archive for the 'Freiheit' Category

Grotesk

30.Juli.2007

da der Oberamtsrat zu der wenig geachteten Gattung verbeamteter Sesselfurzer gehört, hat er sich gerade oder wegen zunehmendem geistigen und körperlichen Verfalls in den letzten Jahren auf einige körperlicher Aktivitäten verlegt. Hierzu gehört in den wärmeren Monaten des Jahres das Bergradeln.

Und so war er Sonntags ein wenig enttäuscht, als er feststellen mußte, daß der Wettergott wohl wenig gnädig gestimmt war und die Berge, die von der Wohnung nomalerweise gut zu sehen waren, mit regenschweren Wolken zudeckte. Da seine Lebensgefährtin offnesichtlich auch ein wenig missmutig den Tag begrüßte, beschloß er dennoch sich mit dem MTB vom Acker zu machen und gedopt durch ein fettes Früstück und eine Gauloise die südlich seiner Wohnung gelegene Landschaft bis zum Starnberger See zu durchmessen. Die üblichen Routen mit verträumten Wanderen und deren hinderlichen Teppichraten vermeidend gelang er schließlich in die Nähe seines Zieles.Der Wegabschnitt war fahrtechnisch schwierig, weil mitten im Wald, steil ansteigend, naß und von glittschigen Blättern, Wurzeln und Kieseln durchsetzt, kurzum reines MTB-Terrain. Erschwerend kullerte mir dort die mächtige Trinkflasche infolge Materialermüdung des Halters zwischen die Räder,, anschließend schwänzelte mir ein Setter fröhlich hinterher, dem es wohl bei seinem ältlichen Herrchen und Frauchen zu langweilig geworden war. Froh darüber nicht gestürzt zu sein gönnte ich mir sodann am Ende des dschungelartigen und einsamen Wegabschnitts verschwitzt und durstig eine Pause , auch um den Hund mit freundlichen Worten an seine am Horizont näherschnaubende Meschpoche zurückzuleiten. Dann allerdings klappte mir vor Erstaunen der Unterkiefer runter, denn anscheinedend vollkommen entspannt kam eine gepflegt aussehende und gut gekleidete Dame auf einem Hollandrad dahergeradelt…! Der Physiognomie nach stammte sie aus dem Reich der aufgehenden Sonne…!

Diese Begegnung, diese Szenario war so grotesk,. daß ich zunächst den Grund hierfür zunächst in meinen Trinkgewohnheiten vom Vorabend suchte. Nun mittlerweile fiel mir wieder ein, daß der Ort an dem sich dies ereignete, vom Heimatautor Fritz Fenzl als einer der topmystischen Orte Bayerns beschrieben wurde. Was radelnde Japanerinnen allerdings mit keltischen Schamaninnen zu tun haben ?

Nun, als weitgehend sachlicher Mensch werde ich mich jetzt wieder den vollständig entmystifizierten Aufgaben gemäß Stellenbeschreib zuwenden.

Absenz

26.Juli.2007

Der Amtsrat befindet sich in stark zunehmender Hochstimmung, da er einen mehrwöchigen Erholungsurlaub von den Strapazen des Aktenalltags antritt und daher den vertaubten Amtsstuben genauso fernbleibt wie er auch als Autor hier keinerlei Tätigkeit ausüben wird. Vielleicht fällt ja dem geschätzten Oberamtsrat gelegentlich etwas auf oder ein, was er hier gerne publizieren möchte…

 gez. Der Amtsrat 

Sesselfurzer

29.Juni.2007

So werden wir Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (öD) ja oft bezeichnet. Nicht ganz zu Unrecht übrigens. Ich bin dem Oberamtsrat dankbar, dass er in seinem vorhergehenden Beitrag die Thematik bereits angeschnitten hat. Denn ich darf berichten, dass uns ein ideen- und gedankenloses Pupsen in den Behördenräumen sehr, sehr fern liegt. Eher würde ich uns als Pujolisten bezeichnen. Diese Bezeichnung leitet sich ab von dem grandiosen Flatulenzkünstler Josef Pujol, der mit seinen Kunstfürzen enorme Gagen absahnte. Nun ist es leider so, dass sowohl der Oberamtsrat als auch ich bislang vergebens versuchten stickige Amtsluft aus der Behörde rektal so einzusaugen wie Pujol das konnte. Unsere Aufnahmetechnik ist somit nur als antiquiert zu bezeichnen, denn wir benötigen noch Zwiebeln und Hülsenfrüchte als Antriebsmittel. Wir arbeiten aber mit Nachdruck daran dies zu verbessern. Die Wiedergabe jedoch kann sich stellenweise durchaus sehen, äh hören lassen. Ein fades Behördenorchester furzen wir an guten Tagen glatt an die Wand….

gez. Der Amtsrat

Aus der untersten Schublade

19.Juni.2007

Ja, Freunde der vergüteten Untätigkeit, also ihr Beamten und Angestellten.

Es war mal wieder soweit, da konnte ich nicht umhin und mußte die immensen Stapel an Arbeit wegfertigen, die sich infolge meines tagelangen Nasebohrens im Dienste angesammlet hatten, Und so begab es sich, daß ich Verwaltungsakt um Verwaltungsakt unter penibelster Achtung bayerischer Verwaltungsgesetze fertigte. Leider ist der Hiwi der planstellenmäßig für den postalischen Auslauf meiner Verwaltungsendprodukte existent sein sollte gerade solches nicht und so mußte ich den ganzen Scheißdreck selber machen. Zu diesem Behufe mußte ich in meine unterste Schreibtischschublade greifen und dort ein paar mittlerweile vergilbte Postkuverts rausholen mittels derer sich die Zustellung an die Vewaltungsaktbegünstigten (auch wenn es sich beim mir stets um höchstbelastende solche handelt) bewerkstelligen ließe.

Kurz nachdem ich dies tat, breitete sich ein Geruch wie in einer alteingessenen französischen Almkäserei in meiner verträumten Amtsstube aus. Die Fliegen stürzten von der Decke wie Kamikazeflieger im Pazifikkrieg.

Heißa, ich hatte meine lange vermissten orthopädischen Einlegesohlen wieder gefunden ! Mein Senkfüße jubeln !

Mein Spruch des Tages

19.Juni.2007

An die Stoibers dieser Welt:

„Jeder Sparer hat seinen Zehrer!“

gez. Der Amtsrat

Freitag

15.Juni.2007

Der Freitag ist schon was Besonderes. Die Ödnis nähert sich für gute 2 Tage dem Ende. Das Amt ist zu. Heute hab ich zur Feier des Tages gleich ein Weblog aufgesperrt. Titel und Design sind hoffentlich selbstredend. Fortsetzung folgt.

Der Amtsrat