So kam der Amtsrat auf den braunen Bären

20.Juni.2007

Gestern zog der Amtsrat seinen zweitbesten Anzug an, um seinen dienstlichen Verpflichtungen bei einer auswärtigen Veranstaltung nachzukommen. Er smalltalke mit zahlreichen Kunden und Gästen bei brütender Hitze, hörte sich aufmerksam einen Vortrag an und beteiligte sich lebhaft an der anschliessenden Diskussion. Am Morgen war er zuvor schon in seiner Amtsstube gewesen, um sich notwendige Dokumente zu holen und selbst am Abend kehrte er an seinen stickig heissen Arbeitsplatz zurück.

Heute Morgen wunderte sich der Amtsrat dann schon etwas, als er den Saldo auf der Stechuhr sah. Als er den Saldo dann im Zeiterfassungsprogramm überprüfte folgte ein mittlerer Tobsuchtsanfall. Der wunderbare Sparbeitgeber hat den gestrigen Tag wie folgt berechnet:

08:34 – 09:36 Arbeitszeit im Büro

09:36 – 17:57 Dienstreise

17:57 – 18:33 Arbeitszeit im Büro

Man möchte meinen, das macht nach Adam Riese 09:59 Arbeitszeit. Minus 30 Minuten Mittagspause (wird automatisch abgezogen) würden 09:29 verbleiben, was bei einer Sollarbeitszeit von 08:45 (!) eine Zeitgutschrift von 44 Minuten bedeuten müsste. Weit gefehlt! Eine immaginäre „Kernzeit“ endet um 16:45. Da der Amtsrat aber erst um 17:57 den Drecksladen wieder betreten hat wird ihm die Zeit zwischen 16:45 und 17:57 überhaupt nicht angerechnet. Jetzt könnte der Amtsrat einen Antrag stellen, dass diese Zeit als eine sog. „Reisezeit“ gewertet wird, dann würden ihm von den tatsächlichen 72 Minuten ganze 24 Minuten gutgeschrieben.

Der Amtsrat sagt jetzt Folgendes: „Steckt Euch die 24 Gnaden-Minuten in Eure braunen Arschlöcher und ich werd‘ heute nur bloggen und Eis essen. Brauner Bär vermutlich. 

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2 Antworten to “So kam der Amtsrat auf den braunen Bären”

  1. deroberamtsrat Says:

    Oh, oh ! Das schreit nach Gegenmaßnahmen. Da ist´s mit stillem Erdulden nicht mehr getan. Wir müssen dem obrigkeitstaatlichen Beamtenbild aus dem 19. Jahrhundert entgegenwirken, das unsere Dienstherren nach dem Motto “ Hauptsach a sichrer Arbeitsplatz“ vertreten und uns damit eine Demütigung nach der anderen reinwürgen.
    Da werden´s schauen, wenn sich die Auswirkungen einer vom Internet auf den Dienstcomputer runtergeladenen Bombenanleitung in den Gesichtern einiger zeigen !

  2. Der Dicke Says:

    mich nervt derzeit die kappung der tatsächlich geleisteten arbeitszeit auf 10 stunden an. das is nicht schön. denn laut gewähltem volksvertreter in der rolle des obersten herrn vorgesetzten, darf ich diese zeit nie überschreiten. auch nicht dann, wenn die volksvertretung des pöbels meint, bis in die späten abendstunden ihre wissensdefizite im verwaltungsrecht diskutieren und die geschicke der provinz leiten zu müssen. das heißt jetzt, dass außer durch die 42 stunden anwesenheitsverpflichtung im hause des grauens auch noch wesentliche eingriffe in die gestaltungsmöglichkeiten der privaten freizeit genommen werden.
    aber keine sorge: das büßen in regelmäßigen abständen die feldbewirtschafter der landbevölkerung…


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