Orangenaromen

5.November.2007

Normalerweise assoziiert man mit solchen Dufteindrücken Frische , Süden, Urlaub, auch wenn sie einen im eigenen Büro einnebeln.

Nämliches tat gerade unsere kleine Putzfrau aus dem Reich der Khmer, als sie meiner staubige Amtsstube mit flinke Putzlumpen temporär zu frischem Glanz verhalf. Seltsam nur, daß der kollektive nutzbare Abtritt um die Ecke mit dem Männchen-Symbol auf der Tür nach dem Putzdurchgang die gleichen auffälligen Aromen aufwies…

Eine genauere Recherche meinerseits am Putzwägelchen unserer fernöstlichen Raumkosmetikerin brachte dann auch zu Tage, daß sowohl die planstellenmäßige Ausrüstung eines jeden Mitarbeiters, als auch sämtliches Sanitärmobiliar wohl mit der ein und selben Putzausrüstung, sprich Lösung und Lappen, behandelt wurden.


Das war nix

17.September.2007

mit den im Rahmen der täglichen Arbeitszeit einzubringenden Hobbies, haben sich doch die mir stellenbeschreibungsmäßig zugewiesenen Aufgaben mit einem Schlag so sehr in den Vordergrund geschoben, daß an Nasenpopeln und Power-Napping innerhalb der landesherrlich verfügten täglichen Anwesenheitszeit nicht zu denken war.

Doch jetzt ist vorübergehend Schluß damit. Werde mich wenn auch nur für kurze Zeit in Urlaub begeben, im Wissen, daß nach meiner Rückkehr auf die Planstelle nur um so mehr auf mich wartet.

Der Oberamtsrat hat sich nämlich eine außerordentlich bezaubernde, junge Oberinspektorin aufgetan, die er sodann in die hohe Kunst des Verwaltungshandels unserer Behörde einführen wird. Harr, harr !


Das Sommerloch

20.August.2007

hat mich verschlungen und es gibt eigentlich nichts, was in irgendeiner Weise erwähnenswert wäre.

Halt doch, der Höhepunkt des heutigen Tages war und wird bleiben, daß mich nach langer Zeit mein Chef in meiner Amtsstube besucht hat. Nicht etwa, daß er sich im Ansatz dafür interessiert hätte, ob und was hier gearbeitet würde, sondern weil er schlicht und einfach einen Tschick von mir schnorren wollte, den er sich dann in aller Gemütlichkeit auf´m Lokus reingezogen hat.

Ja, da wären wir also mittenmang wieder beim Leitmotiv unseres blogs, dem Leerlauf bei Vater Staat. Und glaubt mir, es ist nicht immer leicht darüber zu schreiben, wenn sich nichts aber auch garnichts tut. Tja, so sitz´ ich hier und kann wegen 42 Wochenstunden auch garnicht anders und warte darauf, daß die durch unsere Verwaltungsakte Belasteten allmählich wieder von Mallorca oder Antalya zurückkehren.

Hab schon ernsthaft darüber nachgedacht, mir ein Hobby zuzulegen, welchem man im Büro nachgehen kann. Socken und Schals häkeln ist aber nicht mein Ding und eine Modelleisenbahn aufstellen auch nicht. Da kommt dann auch wieder der Chef , will mitspielen und geht einem auf den Sack. Also liebe blog-Leser, ich bitte um konstruktive Anregungen diesbezüglich.


beamtenmikado ist nicht mehr

13.August.2007

Habe heute den ultimativen link gefunden:

einfach mal zum Bayerischen Rundfunk reingehen:

br.online.de/land-und-leute/thema/wolpertinger/wolpi-baukasten

und schon könnt ihr euch einen Wolpertinger nach eigenem Gusto zusammenbauen. Ist doch toll ! Da wird auch im verschlafensten Beamten das Kreative geweckt. Werde das mal im Amt weiterempfehlen. Ich könnte wetten, daß einige Kolleginnen und Kollegen bei mir morgen auf der Matte stehen und den schönsten Entwurf prämieren wollen. Ha, die Farbdrucker werden einiges zu tun haben !

Mal langsam, jetzt geh ich erst mal gemütlich dorthin, wohin auch der Kaiser zu Fuß geht, dann ist postmittägliches Power-Napping angesagt und dann…ja, dann liegt hier leider noch so viel Arbeit ´rum, daß mich der Wolpertinger kreuzweise kann.


Montags

6.August.2007

Die Stimmung ist, wie könnte es anders sein, erstaunlich schlecht. Mit dem Gefühl, von einer Dampfwalze überrollt worden zu sein trat der OAR heute gegen 7:30 Uhr seinen Dienst an. Der sonntägliche Mountainbike-Ausflug ins Rotwandgebiet (dort wo Schnappi hin und wieder Bären abknallen läßt) hat ihm wiedermal seinen unumkehrbaren Alterungsprozeß und damit die Notwendigkeit einer mehrtägigen Regeneration vor Augen geführt und so wäre er den dienstlichen Notwendigkeiten des heutigen Tages schlichtweg unzugänglich gewesen, hätte er denn die Wahl gehabt. Die mittlerweile 80%ige Mitarbeiterabsenz in seiner Oragnisationseinheit sowie eine Unzahl systemgenerierter Termine und Wiedervorlagen machten ihm sehr schnell klar, daß nicht nur die in Bangladesh am Absaufen sind. Zudem versorgten ihn die spaßigen Damen von der Telefonzentrale mit zahlreichen Anrufen, die nun gar nichts mit ihm zu tun hatten (deren Motto, da ist wohl ein gutmütiger Trottel, der immer das Telefon abnimmt). Sich von diesem strapaziösen Wochenauftakt eine kurze Auszeit gönnend verzog er sich dann kurz vor Mittag auf den nächstgelegenen dienstlichen Lokus. Er schätzte die beruhigende und kontemplative Atmosphäre dieses Ortes, denn seit einer Woche brannte nurmehr im Vorraum Licht, was dem OAR aber nichts ausmachte, denn seine zu einem bestimmungsgemäßen Gebrauch dieses Ortes vorgesehenen Körperteile nebst der vom Dienstherren unentgeltlich gestellten ortsüblichen Accesoires konnte er auch im Dunkeln finden (nicht schlecht für einen Beamten des nichttechnischen Dienstes). Ja, nix wahr´s mit der Ruhe !  Kaum war die Hose drunten, kommt der Säckel vom Hausdienst laut scheppernd mit seiner Leiter rein, um ausgerechnet jetzt nach einer Woche eine neue Leuchtstoffröhre einzusetzen. Ich mein, er hat recht blöd geschaut, als da im Dunkeln noch jemand war. Ich zog also so schnell wie möglich Leine, murmelte noch was vom Stromsparen und suchte mir einen anderen Ort zum meditieren.


Freitag, der 03.08.

3.August.2007

Die Stimmung des Oberamtsrates ist dem absoluten NUllpunkt nahe.

Nach und nach habe sich aus unterschiedlichen und nicht immer nachvollziehbaren Gründen alle Hauptsachbearbeiter b.a.w. verdünnisiert , und das für Wochen !  Allen voran die Herren Laurel und Hardy. Sind also außer meiner leidgeprüften Wenigkeit lediglich einige Teilzeitdamen da, die einem todbringende Blicke zuwerfen, wenn man gegen Ende von deren Sollarbeitszeit mit Arbeit auf sie zukommt und die dann trotzdem mit der Stuhrheit eines Panzers nachhause gehen.

Also, aus und vorbei mit Weiberglotzen vom Bürofenster aus ! Seit Montag wird nonstop gerödelt, die Überstunden wachsen trotz 42 Wochenstunden.


Grotesk

30.Juli.2007

da der Oberamtsrat zu der wenig geachteten Gattung verbeamteter Sesselfurzer gehört, hat er sich gerade oder wegen zunehmendem geistigen und körperlichen Verfalls in den letzten Jahren auf einige körperlicher Aktivitäten verlegt. Hierzu gehört in den wärmeren Monaten des Jahres das Bergradeln.

Und so war er Sonntags ein wenig enttäuscht, als er feststellen mußte, daß der Wettergott wohl wenig gnädig gestimmt war und die Berge, die von der Wohnung nomalerweise gut zu sehen waren, mit regenschweren Wolken zudeckte. Da seine Lebensgefährtin offnesichtlich auch ein wenig missmutig den Tag begrüßte, beschloß er dennoch sich mit dem MTB vom Acker zu machen und gedopt durch ein fettes Früstück und eine Gauloise die südlich seiner Wohnung gelegene Landschaft bis zum Starnberger See zu durchmessen. Die üblichen Routen mit verträumten Wanderen und deren hinderlichen Teppichraten vermeidend gelang er schließlich in die Nähe seines Zieles.Der Wegabschnitt war fahrtechnisch schwierig, weil mitten im Wald, steil ansteigend, naß und von glittschigen Blättern, Wurzeln und Kieseln durchsetzt, kurzum reines MTB-Terrain. Erschwerend kullerte mir dort die mächtige Trinkflasche infolge Materialermüdung des Halters zwischen die Räder,, anschließend schwänzelte mir ein Setter fröhlich hinterher, dem es wohl bei seinem ältlichen Herrchen und Frauchen zu langweilig geworden war. Froh darüber nicht gestürzt zu sein gönnte ich mir sodann am Ende des dschungelartigen und einsamen Wegabschnitts verschwitzt und durstig eine Pause , auch um den Hund mit freundlichen Worten an seine am Horizont näherschnaubende Meschpoche zurückzuleiten. Dann allerdings klappte mir vor Erstaunen der Unterkiefer runter, denn anscheinedend vollkommen entspannt kam eine gepflegt aussehende und gut gekleidete Dame auf einem Hollandrad dahergeradelt…! Der Physiognomie nach stammte sie aus dem Reich der aufgehenden Sonne…!

Diese Begegnung, diese Szenario war so grotesk,. daß ich zunächst den Grund hierfür zunächst in meinen Trinkgewohnheiten vom Vorabend suchte. Nun mittlerweile fiel mir wieder ein, daß der Ort an dem sich dies ereignete, vom Heimatautor Fritz Fenzl als einer der topmystischen Orte Bayerns beschrieben wurde. Was radelnde Japanerinnen allerdings mit keltischen Schamaninnen zu tun haben ?

Nun, als weitgehend sachlicher Mensch werde ich mich jetzt wieder den vollständig entmystifizierten Aufgaben gemäß Stellenbeschreib zuwenden.


Absenz

26.Juli.2007

Der Amtsrat befindet sich in stark zunehmender Hochstimmung, da er einen mehrwöchigen Erholungsurlaub von den Strapazen des Aktenalltags antritt und daher den vertaubten Amtsstuben genauso fernbleibt wie er auch als Autor hier keinerlei Tätigkeit ausüben wird. Vielleicht fällt ja dem geschätzten Oberamtsrat gelegentlich etwas auf oder ein, was er hier gerne publizieren möchte…

 gez. Der Amtsrat 


Schwüle Gedanken

19.Juli.2007

ja, liebe Blogbesucher, leider kann und will ich den zeit- und kirchenkritischen Anmerkungen des Amtsrates in seinem Artikel „Ciao Ratze“ nicht folgen. Das steht mir einfach nicht zu, bin ich doch nur einer, in dessen Familie nachweislich seit Martin Luthers Zeiten kein Angehöriger der einzig wahren Kirche mehr vorgekommen ist. Ich bin also nur ein bedauernswerter Sektierer, unwürdig…..obwohl…bringen´s die nicht auch mal ganz schön weit ?

Da soll ein solcher in Bälde bayerischer Ministerpräsident werden. In diesem unseren von ebenjener einzig wahren Kirche und der christlich sozialen Einheitspartei dominierten Vorzeigestaat. Ob das gut geht ? Ja, es kann nur besser werden.

Obwohl, und hier leite ich mehr oder weniger elegant zum Leitmotiv unseres blogs über, den obrigkeitlich verordneten 42stündigen Arbeitszeitunsinn wird der „Neue“ auch nicht ändern.

Ja, nun darf ich also bei diesem Superwetter 42Stunden in meiner unklimatisierten Amststube – Südseite ausharren. Wie das aussieht und wie das mit der Arbeitproduktivität harmoniert ? Garnicht ! Ein wesentlicher Teil meiner Produktivernergie geht dabei drauf, indem ich mir Gedanken mache, wie ich die Bude am längsten kühl ahlten kann. Gegen Mittag habe ich dann den Kampf gegen die Windmühlen aufgegeben, gehe in die Mittagspause und gucke mir die in unserer Gegend zahlreich auftretenden jungen und sparsam bekleideten Damen an. Ich bin dann einem Notzuchtverbrechen nahe, kehre überhitzt in mein heisses Büro zurück und wünsche mir es endlich zu tun, bei dem Gedanken, daß eine Zelle in einer Untersuchungshaftanstalt nur wesentlich kühler sein kann. Gearbeitet hab ich da noch nichts, höchstens ein paar meiner MItarbeiter, die mich mit Dienstlichem molestieren wollten, aus dem Zimmer gejagt. Grad vorhin betrat eine nett anzusehende Kollegin mein Büro. Nun, ich war charmant zu ihr. Man weis ja nie, wie sie hormonell grad drauf ist und vor allem, ab 16:00 Uhr ist sie allein im Büro. (und ich hab einen Hitzschlag)

Ach, Scheiße !


Ciao Ratze!

13.Juli.2007

Also gleich mal vorweg zur Klarstellung; mit dem Ratze ist der alte Mann im Vatikan gemeint und nicht etwa der Rationalstürmer, den ich immer mal wieder gerne lese.

Der Vatikan Ratze ist eine richtige Schande. Nach meiner Meinung. Da kanzelt er die anderen christlichen Kirchen quasi als bessere Sekten ab. Die Katholen sind die einzig legitimen Nachfolger Jesu Christi bla, bla, bla. Ich war mal katholisch und bin’s schon lange nicht mehr. GOTT SEI DANK! Das Letzte was die Welt jetzt braucht sind christliche Obertheoretiker und Dogmenpfleger. Ihr stellt Euch gerade selbst ins Museum falls ihr das schon bemerkt habt. So einen Käse braucht heute keiner mehr. Ratze pflegt lieber den – zugegebenermaßen beachtlichen – Blumenkohl in seiner Birne und fürchtet sich vor den jungen, lebendigen, südamerikanischen Mitbrüdern in der eigenen Kirche, statt der stärksten Macht in dieser Religion endlich einen weiten Platz im weiten Sinne einzuräumen. Das Wort dafür heisst Liebe. Aber einen umfassenden Begriff davon in der Theorie erlangen zu wollen ist heute vermessener denn je. Aufwachen! Das Leben ist hier draussen.

Zu spät vermutlich…

Übrigens, einer seiner besten Spezl’n, der Mixa aus Augsburg, will, dass die lieben Schulkinder jetzt wieder was Anständiges glauben dürfen. Nämlich, dass man mit Bio nicht weit kommt und es am Ende doch wahr ist, dass der Hergott damals eine Art kosmisches Sechs-Tage-Rennen veranstaltet hat. Das Ganze auf Anregung einer hessischen Ministerin namens Wolff, die sich wahrscheinlich schon immer gewünscht hat „Lamm“ zu heissen und das Licht ausmacht wenn sie sich die Punze wäscht.

I kann’t schpeim‘!

gez. Der Amtsrat